Stadtrat

Entwicklungsgebiet Binzacher: Stadt und SBB prüfen Varianten gemeinsam

Montag, 05.10.2026

Entwicklungsgebiet Binzacher: Stadt und SBB prüfen Varianten gemeinsam
Entwicklungsgebiet Binzacher: Stadt und SBB prüfen Varianten gemeinsam

Der Stadtrat Wetzikon hat beschlossen, die vertiefte Prüfung einer möglichen Abstellanlage der SBB beim Bahnhof Kempten gemeinsam mit der SBB anzugehen. Gleichzeitig treibt die Stadt ihre eigene Entwicklungsplanung für das Gebiet Binzacher mit den Grundeigentümerschaften voran. Die vertiefte Prüfung ist ausdrücklich noch kein Entscheid über die Realisierung einer Abstellanlage.

Die SBB benötigt für den geplanten Ausbau der Zürcher S-Bahn zusätzliche Abstellmöglichkeiten im Zürcher Oberland. Damit können Züge ausserhalb der Hauptverkehrszeiten betrieblich sinnvoll bereitgestellt und unnötige Fahrten ohne Reisende vermieden werden. Nach einer Standortevaluation zieht die SBB das Areal Binzacher beim Bahnhof Kempten für eine vertiefte Prüfung einer Abstellanlage mit Mehrfachnutzung in Betracht. Im September hat die SBB dem Stadtrat dargelegt, weshalb das Areal für eine solche Prüfung infrage kommt.

Im Fokus der Machbarkeitsstudie stehen insbesondere der mögliche Flächen- und Kapazitätsbedarf für eine Abstellanlage, unterschiedliche Nutzungs- und Gestaltungsvarianten sowie deren Auswirkungen auf Verkehr, Raumplanung, Umwelt, Nachbarschaft und Eigentumsverhältnisse. Dabei soll auch geprüft werden, ob und unter welchen Voraussetzungen Bahninfrastruktur mit Wohnen, Gewerbe oder weiteren Nutzungen kombiniert werden könnte. Die Abklärungen erfolgen sorgfältig und ergebnisoffen. Sie sollen als Grundlage für mögliche weitere Entscheide dienen.

Der Stadtrat hält an seinen Vorbehalten gegenüber einer möglichen Abstellanlage fest. Gleichzeitig sieht er in der gemeinsamen vertieften Prüfung den geeigneten Weg, um die offenen Fragen und mögliche Lösungen fundiert zu beurteilen.

Planungen laufen parallel

Die Stadt Wetzikon nimmt im Entwicklungsgebiet Binzacher zwei Rollen wahr: Einerseits arbeitet sie an der gemeinsamen Machbarkeitsstudie zur möglichen Abstellanlage mit. Damit bringt sie ihre planerischen Interessen und Anforderungen direkt in die Prüfung der möglichen Lösungen ein.

Andererseits verfolgt die Stadt ihre eigene Entwicklungsplanung Binzacher weiter, an der auch die SBB mitarbeitet. Im Rahmen der städtischen Planung werden ein städtebauliches Konzept sowie anschliessend ein Quartierplan und ein öffentlicher Gestaltungsplan erarbeitet. Dabei bringt die Stadt ihre Interessen und die Anliegen der Stadtentwicklung ein.

Beide Planungen laufen parallel. "Mit diesem Vorgehen wollen wir einerseits wissen, welche Auswirkungen eine mögliche Abstellanlage auf das Gebiet hätte. Andererseits wollen wir die Entwicklung des Binzachers nicht aufhalten, sondern gemeinsam mit den Grundeigentümerschaften weiter vorantreiben", sagt Stefan Lenz, Stadtrat Hochbau + Planung. Pascal Rechsteiner, Leiter SBB Region Ost, sagt: "Die zusätzlichen Abstellmöglichkeiten sind für die langfristige Entwicklung der Zürcher S-Bahn wichtig. Gemeinsam mit der Stadt wollen wir sorgfältig prüfen, ob und unter welchen Bedingungen sich der Bahnbedarf mit der Gebietsentwicklung und weiteren Nutzungen verbinden lässt."

Machbarkeit und Mehrfachnutzung werden vertieft geprüft

Im Rahmen der Machbarkeitsstudie werden insbesondere der mögliche Flächen- und Kapazitätsbedarf, unterschiedliche Nutzungs- und Gestaltungsvarianten sowie deren Auswirkungen auf Verkehr, Raumplanung, Umwelt, Nachbarschaft und Eigentumsverhältnisse untersucht. Ebenfalls soll geprüft werden, ob und unter welchen Voraussetzungen Bahninfrastruktur mit Wohnen, Gewerbe oder weiteren Nutzungen kombiniert werden könnte.

Die vertiefte Prüfung schafft eine gemeinsame Wissensgrundlage für Stadt, SBB und Grundeigentümerschaften und dient als Basis für die später erforderlichen Entscheide. Mit der Prüfung ist kein Entscheid über die Realisierung einer Abstellanlage verbunden. Konkrete bauliche Lösungen, definitive Perimeter sowie mögliche Auswirkungen auf einzelne Grundstücke sind derzeit nicht festgelegt und werden im Rahmen der weiteren Arbeiten untersucht. Über allfällige weitere Planungsschritte und die dafür erforderlichen Beschlüsse wird erst entschieden, wenn die notwendigen Erkenntnisse vorliegen.

Die Machbarkeitsstudie wird zeitnah und mit der erforderlichen Sorgfalt vorangetrieben. Damit soll möglichst bald Klarheit darüber geschaffen werden, ob eine Abstellanlage im Binzacher grundsätzlich machbar ist und welche Auswirkungen damit verbunden wären. Dies ist auch für die weitere städtische Entwicklungsplanung wichtig, um Planungssicherheit zu haben.

Grundeigentümerschaften und Bevölkerung werden einbezogen

Die Grundeigentümerschaften im Binzacher sind von den Entwicklungen direkt betroffen. Die Stadt will die Anliegen der Grundeigentümerschaften deshalb im Rahmen von Echoräumen frühzeitig aufnehmen und in die städtische Entwicklungsplanung einfliessen lassen. Die Echoräume dienen gleichzeitig dazu, Erkenntnisse aus der Machbarkeitsstudie und der städtischen Planung zwischen den Beteiligten auszutauschen.

Für die Bevölkerung sind ebenfalls geeignete Informationsmöglichkeiten vorgesehen. Eine erste Informationsveranstaltung für die Grundeigentümerschaften findet im nächsten Schritt statt. Anschliessend ist eine öffentliche Informationsveranstaltung vorgesehen.

Im Zentrum stehen die städtebaulichen Chancen und Risiken, die möglichen Auswirkungen sowie die langfristigen Entwicklungsperspektiven des Gebiets Binzacher.

Der Stadtratsbeschluss 2026/240 ist online aufgeschaltet.

Öffentliche Informationsveranstaltung
Donnerstag, 29. Oktober 2026
19.00 Uhr
Alte Turnhalle, Wetzikon

Am 29. Oktober 2026 stellen die Projektverantwortlichen der Stadt Wetzikon und der SBB das weitere Vorgehen bezüglich der SBB-Abstellanlage Binzacher/Bahnhof Kempten mit Mehrfachnutzung vor. Nutzen Sie die Gelegenheit und informieren Sie sich persönlich über das Projekt.

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