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Geschichte

Geschichte des Hans-Trachsler-Fonds

Hans David Ludwig Trachsler wurde am 5. Juli 1899 in Baden geboren und verbrachte seine Kindheit zum grössten Teil in Bauma und danach in Wetzikon. Die hier geknüpften Jugend-Verbindungen sind ihm ein ganzes Leben lang geblieben, sind von ihm gepflegt und ununterbrochen weitergeführt worden.

Nach Beendigung von Primar- und Sekundarschule machte er eine vierjährige Lehre bei den "Gebrüder Sulzer" in Winterthur. Danach wurde Hans in die aufblühende Baumwoll-Spinnerei von Herrn J. Heusser-Staub als Praktikant aufgenommen. Von hier begab er sich an die Höhere Textilschule nach Reichenberg in Böhmen. Am 1. Juni 1925 trat er in die Mailänder Vertretung der Textilmaschinen-Fabrik Joh. Jacob Rieter & Cie. in Winterthur ein.

Hans Trachsler hat seinen Vater schon in den ersten Jugendjahren verloren. Mit seiner Mutter war er sein Leben lang in tiefster Anhänglichkeit und Liebe verbunden. So oft er geschäftlich von Mailand nach Winterthur zu reisen hatte, suchte er sie, wenn immer möglich, zuerst in Wetzikon auf. Es war wohl der herbste Schlag, der ihn je getroffen hatte, als er sie im Alter von 68 Jahren, im Februar 1938, verlor. Sie war seine letzte verwandtschaftliche Bindung gewesen, mit der er Kontakt hatte.

Dauernde Anhänglichkeit an Persönlichkeiten, die er zu schätzen gelernt hatte, diesen zu dienen und Freude zu bereiten, war Hans' hervorstechendste Eigenschaft gewesen. Da ist ihm wirklich nie etwas zu viel geworden. Seine stete Bereitschaft und Bemühung, den Wünschen und Bestrebungen seiner Kundschaft gerecht zu werden und zu entsprechen, haben ihm mit den Jahren einen ausgedehnten Bekannten- und Freundeskreis verschafft. Seine Verbindungen waren weit reichend, und seine persönliche Liebenswürdigkeit und Zuvorkommenheit, gepaart mit einer Beharrlichkeit, die niemals als unangenehm empfunden wurde, haben ihm zu vielen geschäftlichen Erfolgen verholfen. Sie haben allerdings auch Anforderungen an ihn gestellt, denen er nicht selten nur mit Aufbietung besonderer Willenskraft zu entsprechen vermochte und die mit eine der Ursachen waren, dass seine Gesundheit mehr und mehr untergraben worden ist.

Italien und besonders Mailand hat Hans Trachsler stets seine grössten Sympathien entgegengebracht. Die Aufnahme seiner Tätigkeit in der Ruggero Boscovich und sein Interesse an guter Musik brachten ihn in Verbindung mit vielen Familien, deren Freundschaften dauernd wurden und bei denen er ein stets gern gesehener, freudig aufgenommener Gast war. Arrigo Bagnoli war die erste Bekanntschaft, die er auf der Wohnungssuche in Mailand gemacht hatte. Bei ihm und seiner Mutter lebte er bis zum Jahre 1949, als diese wenige Wochen vor ihrem hundertsten Geburtstag starb. Einerseits hat er mit Selbstverständlichkeit für beide, selbst in der allerschwierigsten Kriegszeit, gesorgt, andererseits ist ihm Arrigo als treuer Freund und Diener während all den Jahren in Italien zur Seite gestanden.

Ein besonderes Band war es, das Hans Trachsler mit der Familie Enrico Steiner-Studer zusammengeführt und sein ganzes Leben mit deren Söhne in Freundschaft verbunden hatte. Durch den Vater Steiner ist er in Mailand in sein Arbeitsgebiet eingeführt worden, und mit diesem ist er in seinen letzten Lebensjahren mehr als mit den drei durch Studium und Beruf fern von zu Hause weilenden Söhnen zusammen gewesen. Unbewusst hat er damit die Lebens- und Arbeitsart seines ihm lieb gewordenen und verehrten Lehrmeisters weitgehend übernommen und er wurde ein immer gern gesehner Gast dieser Familie in Winterthur und Morcote. Eine Selbstverständlichkeit war es, dass nach dem unerwarteten Tode von Herrn Enrico Steiner im Jahre 1929 Hans Trachsler mit der Vertretung der Aktiengesellschaft Joh. Jacob Rieter & Cie., in Italien betraut wurde und diese dann im Laufe der Jahre mehr und mehr nach seinem Geiste ausbauen konnte.

Hans Trachsler bewährte sich als eine fleissige, pflichtbewusste und treue Stütze seines Winterthurer Hauses, stets bedacht, die Interessen nach bestem Wissen und Gewissen, mit Geschick und der richtigen Feinheit zu vertreten, doch auch das Vertrauen zu rechtfertigen, das ihm seine ans Herz gewachsenen Geschäftsfreunde in Italien entgegengebracht haben.

Während seinem ganzen Leben hatte Hans einen grossen Freundeskreis genossen, dieser brachte ihm den Ersatz für die nie gegründete Familie und die mangelnden Familien-Beziehungen. Besondere Freude bereitete es ihm jedes Mal, wenn ihm der Zug von jenseits des Gotthards den einen oder andern Bekannten brachte und er dann diesem die Besonderheiten, die Schönheiten und den Glanz der Stadt Mailand und ihrer weiteren Umgebung zeigen konnte. Da war ihm kein Opfer zuviel.

Schon in den ersten Jahren seiner Tätigkeit in Mailand war es nicht immer zum Besten um seine Gesundheit bestellt gewesen. Wiederholt musste er Wochen, ja Monate aussetzen, sich schonen und sich wieder stärken. Die Rückfälle trafen schliesslich häufiger ein, bis sein geschwächtes Herz trotz aller ärztlichen Fürsorge sich nicht mehr zum Guten beeinflussen liess und es Sonntagabend, den 31. Oktober 1954, zu schlagen aufhörte. Sein hochwertiges, mit viel Geschmack eingerichtetes Heim, von dem aus er so oft mit Stolz den Ausblick auf den einzigartigen Mailänder Dom zeigen konnte, vermochte er wirklich nicht lange zu geniessen!

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