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Grifenberg - Neuthal

Bild Wanderweg 1

Das Chämtnertobel und das sehenswerte Industrieensemble im Neuthal sind die Höhepunkte dieser Wanderung. Sie werden durch den Industrielehrpfad Zürcher Oberland erschlossen, der wie jeder andere Wanderweg gelb markiert ist. Für die reine Marschzeit wenden wir drei Stunden auf, doch wird die Lektüre und das Studium der Tafeln mehr Zeit von uns beanspruchen. Mit der S 3 kommen wir zum Bahnhof Kempten. Die Weiher, Kanäle, die mächtigen Fabrikgebäude, die Kosthäuser (einfache Arbeiterwohnhäuser) und die Villen der Fabrikherren mit den ausgedehnten Parkanlagen veränderten das Dorfbild. Der Chrattenweiher ist seit 1983 im Besitz der Gemeinde. Beim Gasthof Ochsen queren wir die Hauptstrasse. Diese Taverne wird schon 1583 erwähnt, der jetzige Bau stammt von 1813, 1869 wurde ein Tanzsaal und 1907 eine Bühne angebaut.

Auf dem Ochsenplatz wendete das Tram Unterwetzikon - Kempten von 1903 bis 1939. Hier können sich uns auch die Benützer der Busse vom Bahnhof Wetzikon her anschliessen. Wir folgen jetzt dem Chämtnerbach, der anlässlich der Hochwasser 1977 und 1984 besträchtlichen Schaden anrichtete, in die "Müli". Dieser Name besteht noch heute, obschon seit Jahrzehnten weder Korn gemahlen, Oel gepresst, Flachs gerieben noch Knochen zerstampft werden. Auf der Mauer der Nagelfabrik ist eine Übersichtstafel zur Broschüre "Lehrweg Kemptnertobel" angebracht, in der Hansruedi Wildermuth auf den Reichtum an naturkundlichen und historischen Themen hinweist.

 

Bild Neuthal

Wir wandern jetzt dem Tobelweg entlang und kommen zum rauschenden "Grossen Giessen" (Wasserfall). Die überhängende Decke besteht aus harter Nagelfluh, das zurückweichende Gestein aus weichem Mergel oder Sandstein. Der Chämtnerbach war für die Energiegewinnung sehr geeignet. Der Tobelweiher, ein Aquädukt und ein Stollen dienen heute nicht mehr der Krafterzeugung, doch erfreut uns der Weiher noch heute. Die Hinweise auf die frühere Nutzung vermitteln die beiden Tafeln des Industrielehrpfades. Im engen Tobel war zwar Wasserkraft vorhanden, aber zu wenig Baugrund für die Fabrikgebäude. Elektrizität kannte man noch nicht, also transportierte man die Kraft von dem Turbinenturm mit Drahtseilen zur Weberei am westlichen Tobelrand. Statt im oberen Teil des Tobels nach Adetswil aufzusteigen, bleiben wir in der Nähe des Baches, kommen zur Kläranlage der Gemeinde Bäretswil und unter dem imposanten Viadukt der ehemaligen Uerikon - Bauma - Bahn hindurch. Von 1901 bis 1948 verkehrte diese Bahn, seither die SBB und die DVZO (Dampfbahnverein Zürcher Oberland). An der ehemaligen Staldenmühle gelangen wir zur Station Bäretswil (Haltestelle der VZO und der DVZO).

Die Wegweiser zeigen die Fortsetzung des Weges der Bahnhofstrasse entlang zum Bärenplatz, wo wiederum gelbe Wegweiser den Weiterweg verraten. Mit "Ruine Grifenberg" weist uns der Weg an der Talstation des Skiliftes vorbei und auf dem schmalen Weg in gemächlicher Steigung der Höhe zu. Mauern suchen wir allerdings vergeblich. Die Burg Grifenberg, ein Lehen des Klosters St. Gallen, kam 1321 an die Herren von Hinwil und wurde 1444 im Alten Zürichkrieg von den Schwyzern zerstört. Später wurde die Burg wieder aufgebaut, doch zerfiel sie im 16. Jahrhundert langsam.

 

Bild Brücke

Der Abstieg erfolgt über den Hof Stollen zum Weiler Hinterburg, wo wir in den Einflussbereich des Wissenbaches gelangen. Beim Regulierturm wenden wir uns rechts und erreichen bald den berühmtesten Guyer -Zeller -Weg, der von Bauma aus über das Lochbachtobel zur Hohenegg führt und über Neuthal und die Silisegg nach Bauma zurückleitet. Ueber Treppen und an "Giessen" vorbei geht es jetzt dem Wissenbach entlang talabwärts. Den Wegweisern "Industrieensemble" folgend, vertrauen wir dem Weg unter der Wissenbachbrücke vorbei zur Station Neuthal und zum Höhepunkt der ganzen Wanderung, der Industrieanlage Guyer - Zellers. Wer die Möglichkeit hat, sich einer Führung anzuschliessen, möge dies tun: einer Besichtigung der Gruppe "Industrieensemble" oder selbständig der Gruppe "Museumsspinnerei". Jeden 1. und 3. Sonntag von Mai bis Oktober ist die Baumwollverarbeitung mit alten Spinnereimaschinen, das Leben und die Werke Guyer - Zellers und das Fabriklerleben im Neuthal von 10 Uhr bis 16.30 Uhr zu besichtigen. Neben den hergerichteten Gebäuden ist seit 1991 auch die Seiltransmission wieder in Betrieb. Kurz vor dem Bahnübergang vereinigen sich die beiden Wanderwege Richtung Bauma wieder. Der Weg schlängelt sich in die steilen Tobel hinein und führt über Brücklein zum Weiler Silisegg. Ein aussichtsreiches Strässchen leitet gegen Bauma hinab, wo wir auf dem Friedhof das Grabmal für Adolf Guyer-Zeller bestaunen können. Am Ostermontag, dem 3. April 1899, starb er mit 60 Jahren.

 

Bahnhof Kempten
552  
Bäretswil 696 1 Std. 10 min.
Grifenberg 883 1 Std. 50 min.
Neuthal 680 2 Std. 25 min.
Bauma 638 3 Std.
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